Feierstunde 10 Jahre "Deutsch im Alltag"
Im Jahr 2015 wurde das Projekt „Deutsch im Alltag“ der katholischen Pfarrgemeinde St. Godehard gegründet. Um diesen Anlass zu würdigen, gab es jetzt eine Feierstunde im Pfarrheim von St. Godehard.
Dort, wo sich ansonsten Frauen und Männer treffen, um gemeinsam die Sprache des Landes zu lernen, in dem sie jetzt leben, wurde diesmal gemeinsam gefeiert. Gekommen waren ehemalige Teilnehmerinnen von „Deutsch im Alltag“, aktuelle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie zahlreiche Netzwerk-Partner. Begrüßt wurden sie von Gemeindereferentin Barbara Matusche. Sie erinnerte an die nicht immer ganz einfachen Anfänge der Gruppe. „Mittlerweile ist die Gruppe ein Selbstläufer“, sagte sie. Matusche überbrachte zudem die Glückwünsche der Pfarrgemeinde sowie Grüße von Dechant Wigbert Schwarze.
Renate Borchard, die als Ehrenamtliche gemeinsam mit ihrem Team die Gruppe betreut, gab den Anwesenden einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Gruppe. „Zu Beginn haben wir uns viele Gedanken gemacht, was bedeutet Deutsch im Alltag. Vieles von dem, was wir uns damals überlegt haben, haben wir weitergeführt, einiges aber auch verworfen“, berichtete sie. Zunächst habe sich das niederschwellige Angebot an Frauen gerichtet, die zu den Treffen ihre Kinder mitbringen konnten. „Wichtig war uns, dass die Frauen sich im Alltag beispielsweise bei Arztbesuchen, Einkäufen oder Behördengängen verständigen konnten“, sagte Borchard. Im Laufe der Zeit seien dann auch Männer zur Gruppe hinzugestoßen. Borchard dankte zudem allen, die die Gruppe in den vergangenen zehn Jahren unterstützt haben. „Ein Dank gilt natürlich auch Barbara Matusche, die für uns immer ein offenes Ohr hat und Impulse und Unterstützung gibt, wenn wir sie benötigen“, so Borchard.
Onyeka Oshionwu, ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Göttingen, überbrachte die Glückwünsche der Stadt zum 10-jährigen Bestehen der Gruppe. Ihr Vater sei selbst als Deutsch Lernender nach Deutschland gekommen, berichtete sie. „Was es bedeutet, die Sprache nicht zu kennen, das kann man nur verstehen, wenn man selbst mal im Ausland war und die Sprache nicht konnte“, sagte sie. Sprache sei für viele Dinge ein Schlüssel, deshalb sei es toll, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Gruppe besuchten, um die Sprache zu lernen. Onyeka Oshionwu dankte zudem den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz rund um die Gruppe.
Zum Abschluss berichtete eine Teilnehmerin der ersten Stunde von „Deutsch im Alltag“ über ihre Erfahrungen. Als sie in Deutschland angekommen sei, habe sie die Sprache nicht gekonnt, und so Probleme in der Verständigung gehabt. Deshalb habe sie eine Gruppe gesucht, um Deutsch lernen zu können. „Ich wurde hier mit Geduld und Herzlichkeit begleitet. Renate hat mich auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. Ich bin unendlich dankbar“, sagte die ehemalige Teilnehmerin.
Im Anschluss an die Feierstunde gab es im Pfarrheim bei Speisen aus verschiedenen Ländern noch ein gemütliches Beisammensein. Bei dem die Netzwerk-Partner die Möglichkeit hatten, mit den Deutsch Lernenden ins Gespräch zu kommen.
Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit



