Wanderung am Pfingstmontag

Gottesdienst für den 1. Juni 2020

Wandergottesdienst einmal anders!

Wegen Corona kann der zur Tradition gewordene ökumenische Gottesdienst zu Pfingstmontag in Dransfeld nicht in der gewohnten Weise gefeiert werden.
Ausfallen muss er jedoch nicht.

Pastorin Wiesenfeldt hat einen Wandergottesdienst entworfen,
den Sie mit Ihrer Familie oder in kleineren Gruppen selbstständig feiern können.
Sie können ihn einfach bei sich zuhause beginnen und überlegen, wohin es gehen soll.

Viel Freude dabei wünschen Ihnen
Pastorin Almuth Wiesenfeldt (St. Martini Dransfeld) und Diakon Martin Wirth

 

 

Gottesdienstvorlage für Pfingstmontag

An Pfingsten haben sich die ersten Christinnen und Christen auf den Weg gemacht. Das tun wir in der Regel am Pfingstmontag auch. Evangelische und katholische Christ*innen aus Dransfeld und den umliegenden Orten machen sich gemeinsam auf den Weg und treffen sich an einem verabredeten Ziel, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern und anschließend zusammen zu essen.
In diesem Jahr ist uns das nicht möglich. Insbesondere das gemeinsame Picknick im Anschluss an den Gottesdienst wird dieses Jahr ausfallen müssen.

Damit wir aber nicht ganz ohne Gottesdienst auskommen müssen, gibt es hier eine Möglichkeit, wie jede*r selbst Gottesdienst feiern kann, in ökumenischer Verbundenheit: Ein Gottesdienst, der auf der Wanderung gefeiert werden kann. Er kann allein oder aber mit anderen gefeiert werden. Jede*r kann selbst die Länge der Wanderung und das Ziel bestimmen. Die verschiedenen Stücke des Gottesdienstes können an verschiedenen Punkten auf dem Weg gefeiert werden: wo eine Bank steht, eine schöne Aussicht zu erleben ist oder wo ich etwas Besonderes entdecke. Wer lieber nicht wandern möchte, sucht sich einen Ort aus, an dem der Gottesdienst komplett gefeiert wird. Wer lieber zuhause bleiben möchte, kann das auch tun. Verbunden sind wir dennoch, durch das, was wir tun, durch die Worte, die wie beten, an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten, aber eben in dem einen Geist, der an Pfingsten über uns ausgegossen wurde.

 

Einstimmung:

am Fenster, auf dem Balkon, auf der Terrasse, im Garten, vor der Tür …
Eine*r: Ein neuer Tag ist da, Pfingstmontag.
 Pfingsten. Der Geburtstag der Kirche.
Damals am ersten Pfingsten
haben sich die ersten Christinnen und Christen auf den Weg gemacht.
Das wollen wir heute auch tun.
Wir sind versammelt.
An verschiedenen Orten.
Zu verschiedenen Zeiten.
Im Glauben. Katholische und evangelische Glaubensgeschwister.
Wir feiern in Gottes Namen.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Gebet

Gott, du Schöpfer allen Lebens,
dein Geist schwebte über den Wassern,
 bevor du die Welt erschaffen hast,

Ihn hast du deinen Söhnen und Töchtern verheißen,
bevor du selbst Mensch geworden bist.
Ihn gibst du jedem Menschen ins Herz,
der dir in der Taufe anvertraut wird.

Wir bitten dich;
Komm, Schöpfer, Heiliger Geist,
komm und vollende in deiner Welt,
 was du vor Zeiten begonnen hast.
Amen.

Lied: Eingeladen zum Fest des Glaubens
(wer mag, geht jetzt schon los und singt dabei)

Psalm 118
(kann im Wechsel gelesen werden oder allein)

Dankt dem HERRN! Denn er ist gut.
Für immer bleibt seine Güte bestehen.

So sollen alle in Israel bekennen:
»Für immer bleibt seine Güte bestehen.«

So sollen die Priester bekennen,
die zu den Nachkommen Aarons gehören:
»Für immer bleibt seine Güte bestehen.«

So sollen die Menschen bekennen,
die dem HERRN mit Ehrfurcht begegnen:
»Für immer bleibt seine Güte bestehen.«

Der HERR ist für mich, ich fürchte mich nicht!
Was können mir Menschen schon antun?

Der HERR ist für mich, er steht mir zur Seite!
So kann ich denen, die mich hassen,
unerschrocken in die Augen blicken.

Es ist besser, beim HERRN Zuflucht zu suchen,
als sich auf Menschen zu verlassen.

Es ist besser, beim HERRN Zuflucht zu suchen,
als sich auf Rang und Namen zu verlassen.

»Meine Kraft und meine Stärke ist der HERR.
Er ist für mich zum Retter geworden.«

Jubelrufe und Siegeslieder erklingen in den Zelten,
wo die Gerechten wohnen:
»Die starke Hand des HERRN wirkt mit Macht!

Die starke Hand des HERRN ist hoch erhoben!
Die starke Hand des HERRN wirkt mit Macht!«

Ich werde nicht sterben, sondern leben
und erzählen, was der Herr getan hat!

Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit!
Ich möchte durch sie hindurchgehen
und dem HERRN danken.

Ich will dir danken, weil du mir Antwort gabst.
Du bist für mich zum Retter geworden.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
der ist zum Grundstein geworden.

Vom HERRN wurde dies bewirkt.
Es ist ein Wunder in unseren Augen.

Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat.
Lasst uns jubeln und uns freuen über ihn!

Gott ist der HERR! Sein Licht soll für uns leuchten.
Schmückt den Festzug mit grünen Zweigen
– bis zu den Hörnern des Altars.

Du bist mein Gott! Ich danke dir!
Mein Gott, ich will dich hoch loben!

Dankt dem Herrn! Denn er ist gut.
Für immer bleibt seine Güte bestehen.

Wir lassen die Worte beim Weitergehen nachklingen.

Bibellesung (Apostelgeschichte 2, 1-21)

Die Pfingstgeschichte wird uns in der Apostelgeschichte im zweiten Kapitel erzählt:
Dann kam der Pfingsttag.
Alle, die zu Jesus gehört hatten,
waren an einem Ort versammelt.
Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus,
in dem sie sich aufhielten.
Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt.
Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden –
 ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.

In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,
die sich hier niedergelassen hatten.
Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.
Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
Erstaunt und verwundert sagten sie:
»Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden?
Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?
Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.
Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien,
aus Pontus und der Provinz Asien, aus Phrygien und Pamphylien.
Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen,
ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
Wir sind Juden von Geburt an und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind.
Auch Kreter und Araber sind dabei.
Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen,
was Gott Großes getan hat.«

Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen:
»Was hat das wohl zu bedeuten?«
Wieder andere spotteten: »Die haben zu viel neuen Wein getrunken!«
Da trat Petrus vor die Menge und mit ihm die anderen elf Apostel.
Mit lauter Stimme rief er ihnen zu:
»Ihr Männer von Judäa! Bewohner von Jerusalem!
Lasst euch erklären, was hier vorgeht, und hört mir gut zu!
Diese Leute sind nicht betrunken, wie ihr meint.
Es ist ja erst die dritte Stunde des Tages.
Nein, was hier geschieht, hat der Prophet Joel vorhergesagt:
›Gott spricht: Das wird in den letzten Tagen geschehen:
Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen.
Eure Söhne und eure Töchter werden als Propheten reden.
Eure jungen Männer werden Visionen schauen
und eure Alten von Gott gesandte Träume träumen.
Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen,
werde ich in diesen Tagen meinen Geist ausgießen.
Und sie werden als Propheten reden.

Gedanken zum Predigttext

Schau um dich herum. Vielleicht siehst du Wiesen. Vielleicht sind auch noch ein paar tiefgelbe Blüten zu sehen. Löwenzahn. Er ärgert den Gärtner, aber das saftige Gelb seiner Blüten macht fröhlich. Vor ein paar Tagen blühte der Löwenzahn noch überall: auf Wiesen, zwischen Steinen und Mauerritzen. Jetzt haben sich fast alle Blüten geschlossen, sie sind verblüht. Vorbei ist die leuchtende Pracht. Tot?

Nein, denn in den geschlossenen Blüten wächst etwas. Manche haben sich schon zur Kugel geformt, Pusteblumen. Unzählige kleine Fallschirme, die - einmal angepustet - in alle Welt davon fliegen und sich versamen. Überall hin. Sie verbreiten ihre gute Botschaft, ein leuchtend gelbes Evangelium für alle, die noch nichts gehört haben vom Wunder des Löwenzahns. Der Blume, die überall, auch in Steinen wurzeln kann. Der Wind trägt die Fallschirme davon unter einem hohen Himmel. Zu Pfingsten.

Beim Weitergehen:
 Wo leuchtet Gottes Liebe für mich auf?
Wo trage ich Gottes Geist hin?
Für was bin ich „Feuer & Flamme“?
 Vielleicht siehst du einen Löwenzahn und machst ein Foto davon.
Vielleicht begegnet dir auf deiner Wanderung etwas besonders Schönes.
Halte es fest, und wenn du magst, teile es mit jemandem.

Lied:Atme in uns, Heiliger Geist

Fürbitten

Jesus, unser Bruder, einen Tröster hast du uns versprochen,
und dein Vater hat seinen Geist über uns ausgegossen.
Wir brauchen ihn, diesen heiligen, guten Geist,
der uns Mut macht zum Leben,
der uns zueinander bringt,
der uns Kraft gibt für neue Schritte,
der in uns Hoffnung weckt.

Atme in uns, heiliger Geist,
dass unser Leben erfüllt ist von deiner Kraft und Energie,
von deiner Liebe.
Schenke uns den inneren Frieden,
der uns ruhig und gelassen sein lässt und der uns versichert,
 dass du die Welt sicher in deinen Händen hältst.

Atme in deiner Kirche, heiliger Geist,
 hier in unserer Gemeinde und in allen Kirchen der ganzen Welt.
Dass alle, die zu die gehören,
ihren je eigenen Reichtum im Glauben und ihre Traditionen miteinander teilen,
dass sie sich freuen, gemeinsam für deinen Frieden und deine Gerechtigkeit einzustehen.

Atme in dieser Welt, heiliger Geist,
 Dass wir uns besser untereinander verstehen;
Dass wir aufeinander zugehen und uns zuhören
Dass wir immer wieder Wege zum Frieden suchen;
Damit Unrecht und Not endlich ein Ende
 Und Macht und Weisheit zueinander finden.

Alles, was uns sonst bewegt,
legen wir in die Worte,
 die Jesus uns gegeben hat:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
 Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
 Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
 Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit -
in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Eine*r:
Gottes Geist erfülle uns mit Kraft und Mut. Gottes Friede begleite uns.
 Gottes Liebe beflügle uns. Gottes Freude rühre uns an.
 In diesem Glauben segne uns Gott:
 Gott, segne uns und behüte uns. Gott,
lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
 Gott, erhebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen.